Cruiser/Racer

Die Allroundsegel


Unter dem Begriff Cruiser/Racer Segel versteht man Segel, die für anspruchsvolles und sportlich engagiertes Fahrtensegeln sowie gelegentliches Regattasegeln eingesetzt werden; also die Mehrzahl der heute genutzten Segel. An diesen Segeltyp werden ganz besondere Anforderungen gestellt. Die Segel sollen lange halten, und zwar sowohl das Material, wie auch das von uns eingearbeitete Segelprofil. Die Segel sollen gut zu händeln, also nicht hart sein.
Sie sollen gute Auftriebswerte haben und im Preis deutlich unter dem der Regattasegel liegen. Dieses sind viele Anforderungen an einen einzigen Segeltyp. Zumal oft bei den Vorsegeln ein Segelwechsel nach Möglichkeit ausgeschlossen werden oder doch zumindest auf ein Minimum begrenzt sein soll.

Bei den Cruiser / Racer Segeln kommen sowohl horizontale wie auch radiale Schnitte, Bi- und Triradial, zum Einsatz. Welcher Bahnenverlauf letztlich sinnvoll ist, hängt vom Segeltyp, z. B. Großsegel, Genua 1, Genua 3 usw., sowie von der Tuchart wie z.B.: Dacron, Polyester- Sandwich, Spectra-Sandwich und letztendlich natürlich vom Schiff ab.


Die Segeltuche und die Segelschnitte:



Dacron

Dacrontuch wird aus Polyester gewebt, ist getempert, also unter Wärmeeinfluß stabilisiert worden. Ferner ist es mit Harz fixiert und damit Formstabil gemacht worden. Es gibt kein anderes Tuch in derart vielen Qualitäts- und Preisausführungen wie Dacron. Die Hauptunterschiede liegen im Grundmaterial, dem Garn und der Webdichte ferner der Ausrüstung des Tuches also der Harzung, der UV-Stabilität und der Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall. Dacron wird immer im Horizontalschnitt gefertigt, dass heißt die Tuchbahnen laufen rechtwinklig zur Achterliekssehne an das Vorliek. Bei einer Genua 1 und einer Genua 2 sowie beim Großsegel mit kurzem Vorliek und langem Unterliek wird man Dacron nur aus Kostengründen einsetzten. Bei hohen schlanken Segeln wie einer Genua 3 oder einem Großsegel bei einer Yacht mit 7/8 Rigg kann Dacron mit einem Horizontalschnitt sinnvoller sein, als ein radial verarbeitetes Sandwichtuch. Für kleinere Segel wie einer Sturmfock einem Trysegel oder einer Genua 4 wird Dacron immer verarbeitet.


Polyester-Sandwich


Ein Polyester-Sandwich-Tuch ist ein Tuch aus mehreren Lagen unterschiedlicher Grundstoffe. In der Regel hat man ein Polyestergewebe auf dem Kleber aufgebracht. Mit diesem wird die Verbindung zu einer Folie hergestellt, es folgt wieder Kleber und dann ein Zick-Zack-Gelege oder wieder ein Gewebe. Es können auch noch mehr Schichten aufeinander verarbeitet werden. Ein Zick-Zack-Gelege wird nicht gewebt, sondern die Garne werden diagonal zur Kett- und Schußrichtung ausgelegt. Sandwichtuche finden in bi- und triradial geschnittenen Segeln ihre Anwendung, da sie in der Kettrichtung stark belastet werden können und durch den keilförmigen Zuschnitt nicht Ihre Festigkeit verlieren.

Die radialen Schnitte haben mehrere Vorteile:

Es können im vorderen Segelbereich,wo sich das Segelprofil entwickelt, aber nur geringe Kräfte auftreten, leichte Tuche eingesetzt werden.
Es können im hinteren Segelbereich, wo das Segelprofil nahezu gerade ist aber hohe Kräfte auftreten, schwere Tuchqualitäten eingesetzt werden.
Die Nähte sind in die Kraftrichtung gekippt und werden nicht durch Scherkräfte beansprucht.
Aufgrund der Vielzahl von Nähten kann eine bessere Profilierung stattfinden


Spectra


Spectra ist eine Faser, die genau wie das Polyester in einem Sandwichtuch verarbeitet wird. Spectra kommt immer dann zum Einsatz, wenn Polyester die auftretenden Kräfte nicht mehr aufnehmen kann oder der Segler ein besonders leichtes formstabiles Segel einsetzten möchte, das über einen langen Zeitraum gesegelt werden kann und sowohl von der Langlebigkeit des Materials wie des Profils erstklassig bleibt.