Kleiner Tipp
22.03.2010
Als Segelmacher freuen wir uns, Ihnen immer formstabilere Segel bauen zu können.
Diese Segel lassen Ihre Yacht nicht nur schneller segeln, sie sorgen auch für weniger Lage und mehr „Höhe am Wind“.
Um die Vorteile und das Potenzial dieser Segel richtig nutzen zu können, bedarf es hochfester Fallen und Schoten. Auf den meisten Yachten, die mit dehnungsarmen Segel ausgerüstet sind, wurde inzwischen auch das Tauwerk getauscht. So sieht man heute schon auf sehr vielen Yachten Spektra, Dyneema und andere dehnungsarme Materialien verarbeitet zu hochfesten und äußerst dehnungsarmen Geflechten und Vectran als Leinen für den Segeltrimm.
Insbesondere bei den Genua und Großsegelfallen kommt es aber immer wieder zu Problemen, weil die heute üblichen Hebelklemmen das Tauwerk nicht richtig halten.
Hierfür kann es verschiedene Gründe geben: Das beginnt bei zu klein dimensionierten Klemmen, geht über Klemmen die keinen guten „Griff“ haben, bis zum Problem mit dem sehr glattem Tauwerk.
Der absolut häufigste Fall ist aber sehr einfach zu beheben! Das Problem entwickelt sich beim Schließen der Hebelklemme. Das Segel ist mit dem Fall über die Winsch hart durchgesetzt, die Klemme wird geschlossen. Als nächstes wird das Tauwerk von der Winsch genommen, die Hebelklemme drückt jetzt das Tauwerk wie gewünscht zusammen. Allerdings hält sie in erster Linie den Tauwerkmantel, die Seele im Tauwerk kann häufig noch etwas nachrutschen. Somit trägt sie fast keine Last mehr. Der größte Teil der Beanspruchung liegt nun auf dem Mantel, der aber soll eigentlich nur den Last tragenden Kern schützen und hat jetzt entsprechend viel Dehnung, weil er ja für diese Aufgabe nicht gedacht ist.
Das Ergebnis sind nachsackende Segel mit Falten, ohne Frage ein Ärgernis.
Abhilfe lässt sich leicht schaffen. Nehmen Sie einfach einen Filzstift und zeichnen Sie bei gesetztem Segel ca. 10cm vor und hinter der Hebelklemme eine Markierung auf das Tauwerk. Im Hafen wird eine dünne Pilotleine anstelle des Segels hochgezogen, jetzt kommen Sie an die markierten Stellen und können hier Taklinge aufnähen. Sobald diese Taklinge den Mantel und die Seele verbunden haben, ist ein Verrutschen ausgeschlossen.
Die Taklinge sollten für jedes Segel aufgenäht werden, beim Großsegel natürlich auch für die jeweiligen Reffpositionen.
Der Arbeitsaufwand ist gering und Ihre neuen hochwertigen Segel werden Ihnen noch mehr Spaß an Bord bringen.
Montag, 22.03.2010